Osteoporose 1. Teil Ursachen und Diagnostik einer Volkskrankheit Eine Expertenkommission definiert die Osteoporose als eine Krankheit, die gekennzeichnet ist durch niedrige Knochenmasse und Zerstörung der Bälkchenstruktur des Knochengewebes. Daraus resultiert eine erhöhte Knochenbrüchigkeit mit einem erhöhten Risiko eines Knochenbruches (Internationale Konsensus Konferenz in Hongkong 1993). Weshalb man bei Osteoporose von einer Volkskrankheit sprechen kann, verdeutlichen folgende Zahlen:
Was geschieht bei Osteoporose im Knochen? Knochen ist kein totes Gewebe, also nicht wie ein Stein zu verstehen, sondern besteht aus lebenden Knochenzellen und Stützstrukturen wie Bindegewebsfasern und Mineralien. Es findet ein stetiger Umbau- und Erneuerungsvorgang statt. Hierbei sind knochenaufbauende Zellen (sogenannte Osteoblasten) und knochenabbauende Zellen (sogenannte Osteoklasten) beteiligt. Im Allgemeinen besteht ein Gleichgewicht zwischen den Knochen abbauenden und aufbauenden Faktoren. Die Hauptmasse des Knochens bilden wir in der Jugend bis zum Abschluss der Pubertät. Dabei bauen Männer eine größere Knochenmasse auf als Frauen. In der Lebensphase zwischen dem 20. und 40. Lebensjahr wird eine bis dahin erreichte maximale Knochenmasse aufrechterhalten, in den folgenden Jahren ( ca. ab 40. - 45. Lebensjahr ) tritt ein kontinuierlicher Knochnenmassenverlust von 1- 2 % pro Jahr als normaler Alterungsprozess auf. Ein Teil der Frauen allerdings verliert nach den Wechseljahren schneller Knochenmasse als Männer (daran sind auch hormonelle Faktoren beteiligt). Im höheren Alter gleichen sich die Verlustraten von Frauen und Männern wieder. Osteoblasten bilden ein Knochengerüst (sogenannte Knochenmatrix), das überwiegend aus Bindegewebsfasern (dem Kollagen) besteht, welche untereinander vernetzt sind. In dieses Geflecht werden Mineralsalze (vor allem Kalzium) eingelagert, die die nötige Härte ermöglichen. Hierbei spielt das Vitamin D eine wichtige Rolle. Osteoklasten wiederum lösen Bindegewebsstrukuren auf, damit werden die darin enthaltenen Mineralstoffe freigesetzt. Damit kann der Körper u.a. auch seinen Kalziumhaushalt im Blut regulieren und z.B. Kalziummangel durch Freisetzung von Kalzium aus dem Knochen ausgleichen. Wodurch entsteht eine Osteoporose (Ursache)? In den meisten Fällen ist eine genaue Ursache der Osteoporose nicht bekannt, man spricht dann von einer primären Osteoporose. Es gibt aber einige wichtige auch wissenschaftlich gesicherte Risikofaktoren, die die Entstehung einer Osteoporose begünstigen :
Bestimmte Grundkrankheiten können als Ursache einer Osteoporose in Frage kommen, man spricht dann von einer sekundären Osteoporose. Sie findet sich häufig bei Menschen, welche
Welche Symptome können bei Osteoporose auftreten? Fehlstellungen der Wirbelsäule in Form eines verstärkten Buckels (im Volksmund oft "Witwenbuckel" genannt) und eines verstärkten Hohlkreuzes, gelegentlich auch Knickbildung der Wirbelsäule (Gibbus) entwickeln sich aufgrund vieler kleiner Wirbelkörpereinbrüche oder auch mal akut durch einen größeren Wirbelkörperbruch. Oft tritt dieser nicht nur bei einem Unfall, wie z.B. einem Sturz, sondern sogar bei einer Alltagsbewegung z.B. beim Aufstehen aus dem Bett auf. Dadurch entstehen dann starke, langanhaltende Rückenschmerzen, die sich durch Beklopfen oder durch Stauchung der Wirbelsäule verstärken lassen. Durch den "Zusammenbruch" der Wirbelkörper kommt es zu einer kontinuierlichen Größenabnahme des Menschen. Das die Wirbelsäule umgebende Stützgewebe aus Muskeln, Sehnen und Bändern wird überlastet und damit ebenfalls schmerzhaft, es werden Fehlhaltungen und Muskelbalancestörungen ausgelöst. An der Körperoberfläche sieht man deshalb häufig schlaffe Querfalten am Rücken (sogenanntes "Tannenbaumphänomen"), ein durch Kleinerwerden - aufsitzen des Brustkorbes auf dem Darmbeinknochen und eine Vorwölbung des Bauches. Insgesamt können leichter Brüche insbesondere am Oberschenkelhals oder anderen Röhrenknochen bei Stürzen auftreten. Die Diagnose der Osteoporose wird durch technische Untersuchungen ergänzt. Dazu gehören bestimmte Blutuntersuchungen (insbesondere um die sekundären Formen zu erkennen) und gegebenenfalls Röntgenaufnahmen. Nur bei speziellen Fragen wird eine Knochengewebeuntersuchung aus dem Beckenkamm für die Diagnose einer Osteoporose erforderlich sein. Übliche Röntgenaufnahmen zeigen erst ab einem Knochenmasseverlust von mehr als 30 % Auffälligkeiten. Eine Knochendichtemessung ist auch schon vorher in der Lage, eine beginnende Erkrankung festzustellen bzw. die Diagnose zu stellen. (sogenannte Densitometrie) Leider bezahlen in Deutschland die gesetzlichen Krankenversicherungen diese zur Früherfassung der Osteoporose sinnvolle Untersuchung erst, wenn bereits ein Knochenbruch stattgefunden hat, also das Kind schon in den Brunnen gefallen ist. Viel erfolgreicher wäre aber eine frühere Diagnose um dann durch eine früh einsetzende Therapie drohende Knochenbrüche zu verhindern. Informationen zur vorbeugenden und behandelnden Therapie finden Sie unter Osteoporosetherapie Zugangswege zur Rehabilitationsbehandlung über folgende Kostenträger · Gesetzliche Krankenversicherung, · Rentenversicherung, · Private Krankenkassen übernehmen die Kosten für eine Behandlung im Hause. Vor Aufnahme im Hause muss im Regelfall eine Kostenübernahmeerklärung des Kostenträgers vorliegen. Die Kostenübernahme muss vom Patienten beim zuständigen Kostenträger beantragt werden. Hierbei sind die niedergelassenen ärztlichen Kollegen (Hausarzt, Internist , Orthopäde, Psychologe, Neurologe) die die ambulante Betreuung gewährleistet haben, mit einzubinden. Ihr Team der Wicker Klinik Bad Homburg
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